FACTA NATURA
Helga Neuhauser, Ingeborg Rauss, Susanne Schober
Vernissage: Samstag 19. September 17 Uhr
Zur Ausstellung: Georg Lebzelter
Eröffnung: Stephan Schimanowa
Preopening: Samstag 19. September ab 10 Uhr
Was wir heute Natur nennen, ist längst kein unberührter Gegenpol zur Kultur mehr. Sie ist geformt, reguliert, vermessen und medial überformt – ein Gefüge aus ökologischer Realität, technologischem Eingriff und gesellschaftlicher Projektion. FACTA NATURA greift diese Ambivalenz auf und versteht Natur nicht als statischen Zustand, sondern als kulturelle Konstruktion, in der Wahrnehmung, Macht, Erinnerung und Verantwortung untrennbar ineinandergreifen.
Die Ausstellung versammelt drei eigenständige künstlerische Positionen, die sich diesem Spannungsfeld aus unterschiedlichen Blickwinkeln annähern.
Mit Malerei, Druckgrafik, digitalen Medien und installativen Verfahren untersuchen Helga Neuhauser (Wien), Ingeborg Rauss (Oberösterreich) und Susanne Schober (Niederösterreich/Wien) die Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt und machen sichtbar, wie Landschaften, Bilder und Ordnungssysteme gleichermaßen natürliche wie gesellschaftliche Prozesse spiegeln.
Neuhauser begreift Landschaft als Erinnerungs- und Erfahrungsraum. Dieser entwickelt sich zwischen den Polen scheinbar zweifelsfreier räumlicher Orientierung, wie es uns topographische Karten suggerieren, und der steten, vielschichtigen Überlagerung mit individueller und kollektiver Geschichte.
Rauss richtet den Blick auf die vom Menschen geschaffenen Systeme, die Natur ebenso strukturieren wie gesellschaftliches Zusammenleben, und fragt nach deren Folgen in Zeiten ökologischer und sozialer Umbrüche.
Schober untersucht die Fragilität heutiger Naturbilder, deren Wahrnehmung zunehmend von Technologie, medialen Bildern und menschlichen Eingriffen bestimmt wird. So entsteht ein vielschichtiger Dialog, der Natur nicht als Gegebenes versteht, sondern als fortwährenden Aushandlungsprozess zwischen Wirklichkeit und Konstruktion.
Anstatt Antworten zu formulieren, eröffnet FACTA NATURA einen Denkraum über die Verletzlichkeit unserer Umwelt und die Verantwortung des Menschen gegenüber einer Natur, die immer mehr zum Artefakt seiner eigenen Vorstellungen wird.
Ausstellungsdauer: 19. September – 24. Oktober 2026